Michael Maar Leoparden im Tempel

Andersen, Barnes, Canetti, Chesterton, Mann, Kafka, Lampedusa, Musil, Nabokov, Powell, Proust, Rowling, Woolf

Leseprobe Der Blick durch das sowieso meist sperrangelweite Schlüsselloch auf das Privatleben der großen Schriftsteller hat noch keinem geschadet. Im Gegenteil: Es ist schließlich der Blick in die mehr oder weniger geheimen Ecken der Werkstatt, wo die großen Rätsel der Weltliteratur entstehen, und er verleiht auch Michael Maars biographischen Porträts ihren mitreißenden Schwung. Exzellente Literatur entsteht nicht, ohne dass auch Charaktereigenschaften der sonderbarsten Art dahinterstehen, und hier werden sie ausgebreitet: Robert Musil war ein unangenehmer Vogel, Prousts Großzügigkeit stand an epischen Ausmaßen seinem Romanwerk in nichts nach, Thomas Mann war tatsächlich mit dem Teufel im Bunde, und Canetti? Ach, Canetti! Gerade wer sie alle zu kennen meint, sollte diese Essays lesen, die im Übrigen selbst sind, was sie beschreiben: Exzellente Literatur.


Michael Maar
Leoparden im Tempel
ca. 140 Seiten · Halbleinen · fadengeheftet · 164 x 228 mm
Frühjahr 2007

ZURZEIT VERGRIFFEN
ISBN 978-3-937834-20-7
EUR 19,00


Michael Maar
geboren 1960 in Stuttgart, lebt in Berlin. 1995 erhielt er für eine Arbeit über Thomas Mann den Heinrich-Merck-Preis der Deutschen Akademie für... mehr



Rezensionen:


»Michael Maar ist einer der renommiertesten Literaturkritiker Deutschlands.«

Die Weltwoche

»Man wünscht diesen wundervollen Essays die zusätzlich magische Kraft, einem noch die Zeit zu schenken, die man bräuchte, um den Lesewünschen nachzukommen, die sie so gebieterisch erregen.«

Gustav Seibt, Deutschlandradio Kultur

»Es ist (...) ein schönes Buch. (...) Es ist das Buch eines begeisterten Lesers für begeisterte Leser. Michael Maar ist einer unserer besten Literaturkritiker, ein Vielleser (...). Ein äußerst anregendes Buch.«

hr2, „Mikado"

»Ein absolut lesenswertes intellektuelles Vergnügen.«

NDR-Kulturjournal

»brillante Essays«

Neues Deutschland

»Immer wieder hat Thomas Mann beteuert, sein "Doktor Faustus" sei Selbstbekanntnis, Lebensbeichte, übertragene Autobiographie. Der Literaturkritiker Michael Maar hat Mann beim Wort genommen. 'Der Teufel möglicherweise' nennt er den Aufsatz in seinem neuen Band literarischer Essays, der den Verkörperungen des Bösen in Manns Werk nachgeht. Demnach beruht die Begegnung Adrian Leverkühns mit dem Teufel in jenem sommerlichen Steinsaal in Palestrina auf einem tatsächlichen Erlebnis Thomas Manns: Im Spätsommer 1897 hatte der junge Italienreisende in Paletrina die Vision, der Teufel sitze bei ihm auf dem Sofa. Wie der/das Böse im blutigen Ernst Thomas Manns spielerisches, skeptisches, humoristisches Werk grundiert - das kann keiner feiner herausarbeiten als Michael Mar."«

Sigrid Löffler, Literaturen