Matthias Bormuth
Zur Situation der Couchecke

Martin Warnke in seiner Zeit

In seinen skeptischen Denkbewegungen, mit denen er die Tradition Aby Warburgs neu begründete, gehörte der Kunst- und Kulturhistoriker Martin Warnke zu den intellektuell prägenden Figuren der späteren Bundes­republik. Matthias Bormuth widmet ihm einen groß angelegten biografischen Essay. Schon Warnkes Berichte über den »Auschwitz-Prozess« zeigten, dass der junge Rubens-Forscher nicht nur über das ­Verhüllende in der Kunst nachdachte. Als umstrittener Aufklärer pochte er auf Individuum und Autonomie der Kunst und las Karl Marx gegen den Strich, die Hofkünstler Velázquez und Goya erscheinen bei ihm als geniale Zeugen einer prekären Wirklichkeit, die sie vieldeutig enthüllen. Seine Schriften und Lebensspuren offenbaren eine Dynamik, deren persönlicher Kern ein vielschichtiges Rätsel bleibt: Auch der Wissenschaftler lebt von der Kunst des Verbergens, die zugleich heraus­fordert, implizite Botschaften zu erkennen.


Matthias Bormuth
Zur Situation der Couchecke
Ca. 160 Seiten · Halbleinen · fadengeheftet · 164 × 228 mm
Auch als E-Book erhältlich
Frühjahr 2022
Erscheint am 11. Oktober 2022
ISBN 978-3-949203-24-4
EUR 22,00


Matthias Bormuth
geboren 1963, studierte in Marburg und Göttingen Humanmedizin und promovierte über Karl Jaspers. Er ist Inhaber der Heisenberg-Professur für... mehr